Stützpunktwehr wieder mal Vorreiter: FFNI hat ab heute Pferde im Fuhrpark

+++April, April+++

Danke für das überwältigende Feedback - aber natürlich kommt die Feuerwehr nach wie vor ausschließlich motorisiert zum Einsatz...

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01.04.2017
Lange wurde über die konkreten Anforderungen gestritten, immer wieder bei den Ausstattungsmerkmalen nachjustiert und optimiert. Heute endlich konnten die freiwilligen Helfer der Feuerwehr in Neu-Isenburg ihre ersten zwei Pferde, „Whisky“ und „Teddy“, in Dienst nehmen. Insgesamt soll die Reiterstaffel am Ende drei Stuten und drei Wallache umfassen.

Schnell & wendig. Marie Podien mit „Whisky“ (links) und Chrstina Bernhard mit „Teddy“ (rechts). An der Leine: Lotsenhündin „Penny“ / Foto: FFNI

Die Verbesserung der Ausrückzeiten ist der Hauptgrund, warum bei der Wehr nun teilweise umgesattelt wird. Unter anderem ist beispielsweise durch die Erschließung des Neubaugebiets Birkengewann die Verkehrssituation auf der Friedhofstraße teilweise sehr chaotisch – obwohl die Stadt z.B. durch die Ausweitung der Parkverbote schon gut reagiert hat.

Zusatzlehrgänge notwendig: Feuerwehrmann Thomas Stibrny (von hinten) weist die Pferde nach dem Einsatz beim Rückwärtseinparken ein. / Foto: FFNI

Auch auf der Autobahn soll der Einsatz der Pferde Vorteile bringen – viele Verkehrsteilnehmer haben ja nach wie vor Kenntnisdefizite, was die Bildung einer Rettungsgasse angeht. „Mit Whisky und Teddy kommen wir einfach schneller durch!“ sagt Christina Bernhard. Die 24jährige Feuerwehrfrau teilt sich gemeinsam mit Marie Podien (23) das neu geschaffene Amt der „Pferdewartin“ – (Stadtbrandinspektor Werner: „zwei passionierte Reiterinnen - die ideale Besetzung“).

Trotz ihres Namens fast nie betrunken: Stute „Whisky“ / Foto: FFNI

Stute „Whisky“ (21 Jahre, aus Tschechien) und Wallach „Teddy“ (12 Jahre, aus Bayern) sind mit so genannten „Allwetterhufen“ ausgestattet. Nicht nur, dass somit ein Einsatz bei nahezu jeder Witterung möglich ist, die verbauten Hufeisen sind außerdem auf fast jedem Belag nutzbar. Gerade in den engen Gassen des „Alten Ortes“ mit dem dort verbauten Kopfsteinpflaster ist das von Vorteil. Die Eisen erfüllen aber auch auf matschigem Waldboden ihren Zweck.

Teure Zusatzausstattung, die ihr Geld wert ist: Stute Whisky trägt „Allwetterhufen“. Foto: FFNI

Leider dürfen die Pferde wegen der fehlenden Beleuchtungseinrichtungen nur tagsüber eingesetzt werden. „Die Gemeindeunfallversicherung hat das zur Bedingung gemacht“, erläutert Stadtbrandinspektor Werner.

Warum Wallache und keine Hengste? „Der Löschmittelvorrat eines Wallachs ist einfach größer“, sagt der Stadtbrandinspektor bei der Übergabe der Tiere zu den Gründen, „im Schnitt fasst die Blase 10% mehr, als die eines nicht kastrierten Hengsts. Außerdem wollen wir dadurch den sehr ausgeprägten Sexualtrieb der Tiere in den Griff bekommen. Der könnte natürlich gerade im Einsatzfall zum Problem werden.“

Beliebtes Motiv: Eine Passantin bittet Christina Bernhard und „Teddy“ um ein Foto. / Foto: FFNI

Abschließend bittet Pferdewartin Marie Podien noch um Verständnis bei der Bevölkerung - bei den ersten Übungseinsätzen kam es nämlich leider immer wieder vor, dass Neu-Isenburger Fotos von den Feuerwehrfrauen und den Pferden machen wollten. „Uns ist klar, dass sich die Leute erst an den Einsatz der vierbeinigen Lösch- und Unfallhelfer gewöhnen müssen. Aber während eines richtigen Einsatzes geht das natürlich nicht.“

Vorsorglich hat die Wehr gleichzeitig mit Indienststellung der beiden ersten Pferde eigens eine Begleithündin beschafft. Dalmatiner-Dame „Penny“ (fünf Monate) kennt sich in Neu-Isenburg sehr gut aus. Sie soll als Lotsenhündin unter anderem dann helfen, wenn die Pferde in unübersichtlichen Verkehrs- und Einsatzsituationen den Überblick verlieren sollten.

Bei jedem Alarm aufs Neue raus: So sieht ein typischer Einsatz-Ausritt aus.

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