Viele Einsätze, ausreichend Personal und weiterhin große Herausforderungen: Feuerwehren ziehen Bilanz

29.03.2019
Auf verschiedenen Jahreshauptversammlungen haben die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Neu-Isenburg auf die Ereignisse des Jahres 2018 geblickt – und nach vorne geschaut.

Insgesamt sind derzeit 149 Freiwillige bei den Feuerwehren in der Kernstadt und in Zeppelinheim aktiv. Und „aufgrund eines kontinuierlichen Nachwuchses aus der Jugendfeuerwehr zeigt die Altersprognose, dass auch in den kommenden Jahren mit einem gesunden Mix aller Altersklassen zu rechnen ist und eine Überalterung nicht zu erwarten ist“, fasst Stadtbrandinspektor Stefan Werner in seinem Jahresbericht zusammen.

Dass die freiwilligen Feuerwehrleute in Neu-Isenburg nicht ausgehen, liegt unter anderem an einer engagierten und erfolgreichen Nachwuchsarbeit: „2018 konnten sechs Mitglieder aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen werden, außerdem sind während des Jahres sechs neue Mitglieder gewonnen worden“, fasst Kernstadt-Jugendfeuerwehrwart Marius Seeger die Mitgliederbewegungen in der Jugendabteilung zusammen. Insgesamt sind – in Neu-Isenburg und im Stadtteil Zeppelinheim zusammen – 26 junge Menschen zwischen zehn und 17 Jahren aktiv. Hinzu kommt die Kinderfeuerwehr „Löschdrachen“, hier waren am Jahresende 18 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren dabei, zwei Kinder wechselten in Zeppelinheim von der Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr.

Die Zahl der Einsätze lag 2018 mit insgesamt 628 Einsätzen für die Kernstadtfeuerwehr und die Kollegen in Zeppelinheim leicht über dem 10-Jahres-Mittel von 536 Einsätzen. „Im Vergleich liegt der Jahresdurchschnitt bei den Feuerwehren aller hessischen Städte bei rund 100 Einsätzen im Jahr“, resümierte Werner eine recht hohe Arbeitsbelastung für die ehrenamtlichen Helfer in der Hugenottenstadt. Im Rahmen der Einsätze konnten 2018 insgesamt 165 Menschen gerettet, zwölf Personen leider nur noch tot geborgen werden. Fünf Feuerwehrangehörige wurden im Einsatz verletzt.

Wie bereits im Vorjahr unterstrich Stadtbrandinspektor Werner, welche großen Herausforderungen die infrastrukturellen Entwicklungen in der Stadt auch für die Feuerwehr mit sich bringen. Das zeigt sich bereits jetzt durch sich ändernde Verkehrswege und eine größere Verkehrsdichte. „Jede Minute Verzögerung im Verkehr bedeuten für uns grob gerechnet zwei Minuten Verzögerung. Eine für die Anfahrt der ehrenamtlichen Kräfte zum Feuerwehrhaus und eine für das Fahren zur Einsatzstelle.“ Mit einer weiteren Verdichtung des Verkehrs ist zudem mit längeren Ausrück- und Fahrzeiten für die Feuerwehr zu rechnen, so dass die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Hilfsfrist von zehn Minuten zunehmend schon alleine wegen der Fahrstrecken schwieriger wird.

Hinzu kommt, dass tagsüber in Neu-Isenburg berufsbedingt immer weniger Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. „Hier hat die Stadt bereits reagiert und stellt ab 2019 fünf zusätzliche hauptamtliche Feuerwehr-Stellen zur Verfügung“, so der Stadtbrandinspektor. Aber es gilt auch noch an weiteren Konzepten zu feilen: Auch, weil die Einsatzbelastung in der Nacht und am Wochenende ebenfalls zunimmt. Werner: „Hier müssen wir Zukunftskonzepte und Lösungen erarbeiten – vielleicht auch teilweise ganz neue Wege gehen.“

Der Wehrführer der Kernstadt-Feuerwehr, Jochen Müller, ging in seinem Jahresbericht unter anderem auf den Ausbildungsaufwand von und für die ehrenamtlichen Helfer ein. An 21 Ausbildungsabenden wurde die so genannte „Regelausbildung“ durchgeführt. Zusätzlich leistete die Grundausbildungsgruppe (hierzu gehören alle Feuerwehrleute in der Übergangsphase von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung und so genannte Quereinsteiger) noch 18 weitere Ausbildungsdienste. Müller: „Die Teilnahme an den Ausbildungsdiensten ist nach wie vor auf einem erfreulich hohen Niveau, was den Ausbildern inzwischen auch bei größeren Übungen eine gewisse Planungssicherheit gibt.“

Doch auch über die genannten Ausbildungen hinaus hat es im Berichtsjahr einige von großer Eigeninitiative der Ehrenamtlichen geprägte Aus- und Fortbildungen gegeben: Ob zum Thema Absturzsicherung, Informations- und Kommunikations-Gruppe, Gefahrstoffmesstrupp, Maschinisten, Führungskräfte, Atemschutznotfalltrainings – „die Stunden, die hier von den Ausbildern und den Teilnehmern geleistet wurden, sind phänomenal, und es gilt allen von Euch Dank zu sagen, für euren Einsatz und die Bereitschaft, viel Zeit in das „Hobby“ Feuerwehr zu stecken“; so Müller. Insgesamt wurden rund 6.750 Stunden aufgewendet, ergänzt Stadtbrandinspektor Werner in seinem Bericht – hinzu kommen 75 Besuche von Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene mit rund 2.100 Stunden.

Bürgermeister Herbert Hunkel richtete bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung ebenfalls einige Worte an die ehrenamtlichen Helfer. Angesichts der von Stadtbrandinspektor Werner vorgestellten hohen Einsatzzahlen und des zusätzlichen Aufwands für Aus- und Fortbildung hob er den besonderen Wert des Engagements der Feuerwehrleute hervor. Er sei froh darüber, dass die Stadt, wo es möglich und nötig ist, der Wehr die entsprechende Ausstattung als Grundlage für ihre wichtigen Aufgaben zur Verfügung stellen kann.

Während der Veranstaltung wurden außerdem insgesamt 15Feuerwehrleute mit Anerkennungsprämien des Landes Hessen für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet:

Bastian Anthes, Dominik Büttner, Vanessa Müller und Arsim Wershoven-Citaku für 10-Jährige aktive Mitgliedschaft, Dieter Blattmann, Christiane Gaub, Sabine Gottfried, Tim Wagner und Michael Weber für 20 Jahre, Olaf Columbus und Frank Burger für 30-Jährige aktive Mitgliedschaft, Wolfgang Peter, Thomas Peters, Rainer Knöpfel und Stefan Werner für 40 Jahre Dienst am Nächsten.


Das Gruppenbild zeigt von links:
Stadtbrandinspektor Stefan Werner, Bürgermeister Herbert Hunkel, Olaf Columbus, Frank Burger, Sabine Gottfried, Bastian Anthes, Dominik Büttner, Arsim Wershoven-Citaku, Wolfgang Peter, Christiane Gaub, Michael Weber (dahinter), Dieter Blattmann, 1. Stadtrat Stefan Schmitt, stellv. Stadtbrandinspektor Thomas Peters

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