Treue üben ist Tugend - Treue erfahren ist Glück. Feuerwehr dankt langjährigen Mitgliedern für ihr ehrenamtliches Engagement

07.12.2015
„Als Ludi (Ludwig) Berdel zur Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg kam, konnte man in Westdeutschland noch mit Lebensmittelmarken Zucker bekommen.“ Die Feststellung des Vereinsvorsitzenden André Daffner während seiner Ansprache sorgte bei den Anwesenden gleichermaßen für Erheiterung und Hochachtung. Genau wie Willi Seiferlein (80), ist Ludwig Berdel (81) seit 65 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Aber auch bei den übrigen Jubilaren, die am Montagabend bei der Feuerwehr für ihr langjähriges Engagement geehrt wurden, bedankte sich Daffner: Für ihre Treue und ihre Loyalität.

Wolfgang Link ist nunmehr seit 50 Jahren dabei. Der Kollege hält nach Erreichen der Altersgrenze in der Ehrenabteilung der Feuerwehr die Treue.

Peter Kröcker, Thomas Peters und Wolfgang Peter sind seit nunmehr 40 Jahren aktiv in der Einsatzabteilung, Murat Halilcavusogulari seit 25 Jahren.

Als Wehrführer Jochen Müller die aktiven Jubilare näher vorstellte erwähnte er, dass gerade bei dem Letztgenannten, Murat Halilcavusogulari, die Mitglieder der Organisation nicht nur von den feuerwehrtechnischen Fähigkeiten profitieren. Müller sagte, es gebe wohl kaum einen Feuerwehrkollegen, der den 37jährigen Malermeister noch nicht mindestens einmal wegen seiner beruflich fachlichen Kompetenzen um Rat gefragt habe.

Ähnlich sehe das auch bei Peter Kröcker aus. Der 53 Jahre alte Karosseriebauer habe schon den ein oder anderen kleinen Kratzer an den Autos der Feuerwehrkollegen beseitigt – selbstlos und unkompliziert, wie Müller betonte.

Thomas Peters (54), der einer der wenigen verbliebenen Erstmieter im Feuerwehrhaus in der Sankt-Florian-Straße ist, lebe inzwischen ja fast 24 Stunden am Tag für die Feuerwehr, so Müller: Als stellvertretender Stadt- und Kreisbrandinspektor mittlerweile auch als Ansprechpartner für alle Feuerwehren im Landkreis.

Die Vorstellung des 54jährigen Wolfgang Peter aus dem Stadtteil Zeppelinheim übernahm der Zeppelinheimer Wehrführer Udo Bachmann. Er bedankte sich bei Peter für sein gesellschaftlich bedeutendes ehrenamtliches Engagement.

Dieses Engagement der Geehrten hoben auch die übrigen Gratulanten hervor. Der Kreisbrandinspektor des Landkreises Offenbach, Ralf Ackermann, nahm unter anderem im Auftrag des hessischen Innenministers die staatlichen Auszeichnungen für die aktiven Kollegen vor: Hierbei bekamen Murat Halilcacusogulari das silberne Hessische Brandschutzehrenzeichen für 25jährige aktive Dienstzeit, Thomas Peters, Peter Kröcker und Wolfgang Peter das goldene Hessische Brandschutzehrenzeichen für 40jährige aktive Dienstzeit verliehen. Auch Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel überbrachte seine Glückwünsche persönlich.

Eine besondere Überraschung hielt der Kreisbrandinspektor noch für den Isenburger Stadtbrandinspektor bereit. Im Auftrag des Deutschen Feuerwehrverbandes verlieh er Stefan Werner das Deutsche Feuerwehr Ehrenkreuz in Silber, eine hohe Auszeichnung des Verbandes, die nur für außerordentliches und langjähriges Engagement verliehen wird.

Stadtbrandinspektor Stefan Werner, der durch den Abend führte, erinnerte in seinen Schlussworten noch einmal daran, dass viel zu oft vergessen werde, dass es die freiwillige Verpflichtung jedes Einzelnen sei, die „Freiwillige Feuerwehr“ ausmache. Wichtiger werde es Zusehens, das auch der Öffentlichkeit immer wieder deutlich zu machen. Werner erinnerte an einen Vorfall in Langen der vergangenen Woche, wo Kollegen während eines Einsatzes von Passanten angepöbelt wurden, als sie unter Einsatz des eigenen Lebens einen bewusstlosen Wohnungseigentümer retteten. Zu langsam seien die Helfer dort gewesen – dabei dauerte es nur sieben Minuten, bis die Helfer von zu Hause aus ins Feuerwehrhaus und anschließend am Einsatzort ankamen.

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