Stromunfall, Kellerbrand, Menschenrettung vom Dach, Verkehrsunfall – Feuerwehr übt ein letztes Mal vor der Sommerpause in besonders realistischen Szenarien

18.06.2019
Etwa 65 freiwillige Feuerwehrleute aus Neu-Isenburg und dem Stadtteil Zeppelinheim und Helfer des DRK-Ortsvereins konnten bei dem Termin am Dienstagabend noch einmal zeigen, was sie während zahlreichen Ausbildungsveranstaltungen gelernt haben. Auf dem Gelände des ehemaligen Druck- und Verlagshauses in der Rathenaustraße gab es dieses Mal nicht ein gemeinsames Einsatz-Szenario, sondern mehrere Szenarien, die von kleineren Gruppen parallel beackert wurden.

„Es wird ganz schön heiß hier oben, holt uns endlich runter!“ ruft Jugendfeuerwehrmitglied Micha Gebhardt Stadtbrandinspektor Stefan Werner zu. Gemeinsam mit rund zehn weiteren Jugendfeuerwehrkollegen und anderen Angehörigen von Freiwilligen Feuerwehrleuten, mimt er heute Abend die Verletzten, die es zu retten gilt. „Bleibt zurück von der Dachkante, wir holen sofort alle runter!“ ruft Stefan Werner nach oben. Er ist der Einsatzleiter in diesem Szenario und weist die Kollegen mit der Drehleiter ein, die kurze Zeit später an der Übungsstelle ankommen.

Während alle Verletzten sicher vom Dach gerettet werden können macht der Schichtleiter des Werksgeländes darauf aufmerksam, dass auch im Keller der Industriehalle ein Feuer ausgebrochen ist. Sofort rüsten sich Julian Schöndube und Bastian Anthes mit Atemschutzgeräten aus – schließlich werden im Keller noch zwei Arbeiter vermisst und Menschenrettung hat bei der Feuerwehr immer höchste Priorität.

Etwa zeitgleich erreicht der zweite Löschzug, ein Verbund aus zwei Löschfahrzeugen und einem Teleskopmast-Fahrzeug, das Übungsgelände. Auf der Gebäuderückseite brennt es auch: im Dachbereich. Während einige Feuerwehrleute unter Atemschutz versuchen, im so genannten „Innenangriff“ aus dem Gebäude heraus das brennende Dach zu erreichen, können von außen über den Teleskopmast Luisa Dörr, Larissa Werner und Lars Auterhoff gerade noch rechtzeitig unverletzt in Sicherheit gebracht werden.

Auf dem Parkplatz der Industriehalle ist indes dem Fahrer eines Kleintransporters ein ziemliches Hoppala passiert: Der Versuch, mit seinem Fahrzeug einen Schuttberg zu überwinden, hat eine Kettenreaktion ausgelöst. Jetzt liegt der Wagen unter Geröll begraben auf dem Parkplatz und die beiden Insassen sind eingeklemmt. Während Thomas Prager und Tahsin Shakoor mit Löschrohr und Schlauchleitung für den Fall bereitstehen, dass ein Feuer ausbricht, sägt Markus Letz die Windschutzscheibe heraus. Auch diese beiden Verletzten (in diesem Fall Dummies) können „gerettet“ werden.

Auf dem Weg in den brennenden Keller erleben in der Zwischenzeit die Feuerwehrleute im ersten Löschzug noch eine „Überraschung“. Auf dem Rückweg vom Keller sprühen plötzlich Funken von der Decke. Im Bereich eines Zwischenbodens hat sich ein Arbeiter einen mächtigen Stromschlag eingefangen. Mit einer so genannten Schleifkorbtrage kann über eine Steckleiter auch dieser Dummy aus der Halle gebracht werden.

Nach rund zwei Stunden wird die Ausrüstung wieder auf die Feuerwehrfahrzeuge geladen. Der stellvertretende Wehrführer Thomas Köhler, der die Übung gemeinsam mit Dominik Büttner, Jens Multer und Sebastian Morawe organisiert hat, ist zufrieden: „Es ist immer schwierig, ein Szenario zu finden, das alle Übungsteilnehmer gleichermaßen fordert. Das ist uns heute, denke ich, ganz gut gelungen."

Unser Dank geht insbesondere an die Kameraden von den Freiwilligen Feuerwehren Dreieich-Offenthal und Langen, die für die Dauer der Übung auf der Neu-Isenburger Wache für den Fall eines realen Einsatzes bereit standen.

Außerdem möchten wir uns herzlich bei den Firmen Koalick-Abbruch GmbH und „P&Z“-Abbruch GmbH, sowie Herrn Grabitz und seinen Mitarbeitern bedanken, die uns das Üben unter diesen realistischen Bedingungen auf dem Abrissgelände in der Rathenaustraße ermöglicht haben. Nicht zuletzt danken wir auch Herbert Blaschke von der Eigentümerin "ISARKIES Wohn- und Gewerbegrund GmbH & Co. KG".

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