Rund um die Uhr ehrenamtlich aktiv – Freiwillige Feuerwehren Neu-Isenburg ehren langjährige Mitglieder

20.02.2019
Wenn Menschenleben in Gefahr sind oder ein Ausweg aus einer aussichtslosen Situation gefragt ist, sind sie da. Grundsätzlich gilt das für alle ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Neu-Isenburg und im Stadtteil Zeppelinheim. Neun von ihnen engagieren sich bereits seit 25, 40 oder sogar 60 langen Jahren – ein halbes Leben oder mehr – für die „gute Sache“. Sie wurden jetzt geehrt.

Sechs der Geehrten sind Mitglieder der Kernstadtfeuerwehr. Sie wurden von Wehrführer Jochen Müller vorgestellt. Sebastian Morawe (39) zum Beispiel, der im Oktober 1991 zur Jugendfeuerwehr Neu-Isenburg kam und jetzt „nachträglich“ für 25 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet wurde. Auch nach seinem Übertritt in die Einsatzabteilung im Jahr 1996 hat er „die Treue zur Jugendfeuerwehr nicht verloren“, betonte Müller: „Er war dort noch über viele Jahre als Betreuer und Ausbilder aktiv.“

Michael Mühlen kam als so genannter „Quereinsteiger“ zur Feuerwehr – 1993 war das. Auch auf den 43-Jährigen sei seit jeher Verlass, betonte Jochen Müller – auch wenn er zu den Feuerwehrkollegen gehöre, die nicht immer im Mittelpunkt des Geschehens stehen würden. „Ich glaube es wird ihm heute Abend schwerfallen, in Ruhe seine Ehrung zu genießen und dann im Anschluss nicht doch die Ärmel hochzukrempeln und beim Aufräumen zu helfen.“

Der 40 Jahre alte Tim Wagner ist seit seinem berufsbedingten Zuzug nach Neu-Isenburg im Jahr 2010 bei den Neu-Isenburger Brandschützern aktiv, hatte zuvor aber schon seit 1992 in Mittelhessen bei der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt gewirkt und wurde deshalb heute auch für 25 Jahre aktiven Dienst geehrt.

Thomas Büttner ist mit einer kurzen Unterbrechung bereits seit 1974 ehrenamtlich bei der Feuerwehr aktiv. Zunächst in der Jugendabteilung bei den Kollegen in Dreieich-Sprendlingen, dann in der Stadtteilfeuerwehr Zeppelinheim und zuletzt seit 1982 in der Einsatzabteilung der Kernstadt. Bei seiner Ehrung für 40 Jahre aktiven Dienst betonte der Wehrführer, dass der 55 Jahre alte Ehrenamtler gerade auch tagsüber bei Einsätzen eine wichtige Unterstützung ist – aufgrund seiner berufliche Tätigkeit bei den Stadtwerken Neu-Isenburg, die ihren ehrenamtlich aktiven Feuerwehrleuten dankenswerterweise in der Regel während der Arbeitszeit die Teilnahme an Einsätzen ermöglicht.

Auch Michael Dörr (55) wurde für 40 Jahre aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr geehrt. Aus Isenhagen in Niedersachsen war er 2002 nach Neu-Isenburg gezogen – und hatte da schon mehr als 25 Jahre im Dienste der Allgemeinheit bei der Feuerwehr gewirkt. In Neu-Isenburg hat er sich vor allem als engagierter Maschinisten-Ausbilder einen Namen gemacht.

Gerade bei den beiden letztgenannten, betonte Wehrführer Jochen Müller, dürfe nicht unerwähnt bleiben, dass innerhalb der Familien der Geehrten auch schon für den Fortbestand der Neu-Isenburger Feuerwehr Sorge getragen werde: „Bei der Familie Büttner können wir mit Thomas‘ Kindern Mareike, Tanja und Dominik gleich drei weitere Feuerwehrangehörige verzeichnen, auch bei Familie Dörr ist mit Sohn Moritz der Nachwuchs in der Einsatzabteilung und mit Tochter Louisa in der Jugendfeuerwehr sichergestellt.“

Die letzte Jubilar-Vorstellung war Jochen Müller eine „besondere Herzensangelegenheit“. Sein Vater Karlheinz erhielt eine Auszeichnung für 60 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr, davon mehr als ein viertel Jahrhundert (1975-2001) als Stadtbrandinspektor. Während es zu dieser Zeit Usus gewesen sei, so der Wehrführer, dass er am Mittagstisch fragte, was es denn bei der Feuerwehr so Neues gebe, sei es seit dem Eintritt in den – Zitat – „Unruhestand“ 2001 so, dass sich der Vater bei seinen regelmäßigen Besuchen im Feuerwehrhaus beim Sohn erkundige, welche Neuigkeiten zu berichten seien.

Der Wehrführer der Stadtteilfeuerwehr Zeppelinheim, Udo Bachmann, stellte die „Geehrten“ aus Zeppelinheim näher vor.

Markus Letz (40), der genau wie die beiden anderen Kollegen aus Zeppelinheim für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt wurde, hat seit 1989 schon mehrere Feuerwehäuser von innen gesehen. Er war, bedingt durch mehrere Umzüge, in Zeppelinheim, Dreieich-Sprendlingen und Neu-Isenburg (Kernstadt) aktiv, bevor es zuletzt im September 2016 wieder zurück nach Zeppelinheim ging. „Dir war es in den ganzen Jahren wichtig, für die Bürger in der Stunde der Gefahr da zu sein“, lobte Bachmann.

Bei Sebastian Stern (36) bedankte sich der Wehrführer nicht nur für die „klassischen Feuerwehrtätigkeiten“ während seiner bisherigen aktiven Zeit. Auch die Mitwirkung bei Fahrzeuganschaffungen, dem Bedarfs- und Entwicklungsplan, die Tätigkeit als Jugendwart und Ausbilder, die Entwicklung von eigenen Konzepten für Verkehrssicherungscontainer und deren Bau (in Zusammenarbeit mit dem Kollegen Michael Eifler) – die Liste der Engagements ist lang (Bachmann: „die vollständige Aufzählung würden heute den Zeitrahmen sprengen…“)

Robert Großjohann (37) hat sich 1993 entschieden, für seine Mitbürger viele Stunden Freizeit zu opfern. Neben der Tätigkeit im Einsatzdienst war Großjohann laut Wehrführer Bachmann auch jahrelang eine wichtige Unterstützung für den Feuerwehrverein: „Viele Jahre ist er gemeinsam mit dem Kassenwart von Haus zu Haus gegangen um Spenden für die Freiwillige Feuerwehr zu sammeln. Auf den Robert war und ist immer Verlass.“

Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann, der die staatlichen Ehrungen und die des Bezirksfeuerwehrverbandes durchführte, hob in seiner Ansprache den unschätzbaren Wert des gesellschaftlichen Engagements der Geehrten hervor und sprach ähnlich wie alle Redner des Abends auch den Lebenspartnern und Familien seinen Dank für die Toleranz im Zusammenhang mit dem recht schlecht planbaren Hobby aus.

Bürgermeister Hunkel versicherte in seinem Grußwort die umfassende Unterstützung der kommunalen Gremien für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr und sicherte auch eine breite Akzeptanz in der Neu-Isenburger Bevölkerung zu, die er immer wieder wahrnehmen könnte.

Der Vorsitzende des Neu-Isenburger Feuerwehrvereins, André Daffner rechnete es den Geehrten in seinen Worten hoch an, dass sie sich in Zeiten, in denen das Ehrenamt in der Gesellschaft nicht an jeder Stelle mehr die Wertschätzung erfahre, die es vielleicht verdiene, davon nicht beeindrucken ließen und uneigennützig und engagiert helfen, wenn Hilfe gebraucht werde.

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