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Feuerausbruch bei Schweißarbeiten – zwei Arbeiter vermisst

02.05.2024

Durch die großen Fenster der kleinen Werkshalle ist dichter Rauch im Inneren zu sehen. Ein Mann nimmt die anrückende Feuerwehr in Empfang: Gemeinsam mit zwei Kollegen sei er im Keller des Gebäudes mit Schweißarbeiten beschäftigt gewesen. Aus unklarer Ursache ist es zu einem Feuer gekommen. Ein Kollege ist vermutlich eingeschlossen, der andere wird im Sanitärbereich im Erdgeschoss vermisst.

Bei zwei realitätsnahen Übungen konnten an zwei Terminen insgesamt rund 60 Feuerwehrleute und 15 Helfer*innen vom Neu-Isenburger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes ihr Können unter Beweis stellen.

Bei Bränden in derartigen Sondergebäuden gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Unübersichtlich verzweigte Innenräume, möglicherweise Gefahren durch besondere Substanzen und Stoffe oder auch ein besonders hoher Personaleinsatz zum Beispiel.

Einen Knall habe er noch gehört, konnte aber nicht mehr zu den Kollegen ins Gebäude, sagt der Zeuge dem Einsatzleiter. Jetzt muss es schnell gehen – noch vor der Brandbekämpfung hat die Menschenrettung für die Feuerwehrleute höchste Priorität.

Einsatz im Gebäude unter Atemschutz

Innerhalb des Gebäudes ist ein Einsatz nur unter so genanntem „umluftunabhängigen Atemschutz“ möglich. Immer mindestens zwei Feuerwehrwehrleute mit Atemmasken und Flaschen auf dem Rücken gehen truppweise vor, systematisch wird der verrauchte Bereich abgesucht. Damit nicht noch rauchfreie Gebäudeteile kontaminiert werden, kommen mobile Rauchverschlüsse zum Einsatz. Wie Vorhänge werden sie im Türrahmen an der Rauchgrenze zur Abdichtung eingesetzt.

Aufwändige Suche im Inneren des Gebäudes

Die Atemluft in den Flaschen der Feuerwehrleute reicht in der Regel rund 20 Minuten. Da auch immer ausreichend Luft für den Rückweg eingeplant werden muss ist schnell klar: Das hier wird ein personalintensiver Einsatz. Außerdem stehen direkt vor dem Gebäude ständig voll ausgerüstete Feuerwehrleute bereit, die schnell eingreifen müssen, wenn Kolleg*innen im Inneren in eine Notsituation geraten (so genannte Sicherheitstrupps).

Glücklicherweise meldet sich nach kurzer Zeit ein Trupp per Funk aus dem verrauchten Keller: „Person gefunden, Rettung beginnt.“ Auch der vermisste Arbeiter im Erdgeschoss kann schnell ausfindig gemacht werden. Beide Männer (in diesem Fall ca. 80 kg schwere Puppen) werden ins Freie gebracht und dort von den Helfer*innen des DRK-Ortsvereins in Empfang kommen. Nach einer ersten medizinischen Versorgung vor Ort, geht es ins Krankenhaus.

Das Feuer konnte zwischenzeitlich auch unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Nach einer ausführlichen Besprechung der Übung, ist der „Einsatz beendet“.

Nicht zuletzt dankt die FFNI der Stadtwerke Netzdienste Dreieich und Neu-Isenburg GmbH für die Möglichkeit unter so realen Bedingungen üben zu können. Insbesondere dem Abteilungsleiter Christoph Pfaff, der sich vor Ort selbst ein Bild während der Übung machte, danken wir sehr herzlich.

Einer der Mitorganisatoren der Übung, Stephan Anthes, konnte mit Hilfe von GEWOBAU oder Stadtwerken schon einige Male Übungsobjekte organisieren. Er betont: „Wir freuen uns auch darüber hinaus, wenn sich Firmen oder Menschen aus Neu-Isenburg bei uns melden, die uns helfen, realitätsnahe Einsatzszenarien zu gestalten und dafür ggf. Objekte haben, die wir nutzen können. Über die langjährige Zusammenarbeit mit GEWOBAU und Stadtwerken freuen wir uns gerade als Freiwillige Feuerwehr sehr, da so in gewisser weise auch die Ausbildung, die ehrenamtlichen Feuerwehrleute in ihrer Freizeit absolvieren, Anerkennung findet.“