Waldbrandübung mit dem THW

Am 07. Juni 2008 führten das THW und die Freiwillige Feuerwehr Neu-Isenburg eine Waldbrandübung an der Regenwasser-Versickerungsanlage der Stadt Neu-Isenburg durch. Beteiligt waren neben der Feuerwehr Neu-Isenburg noch weitere Feuerwehren des Kreises sowie der THW Ortsverband Frankenthal.

Ziel der Übung war primär die Leistungsfähigkeit der THW Technik zur Wasserversorgung bei einem Waldbrand o. ä. zu ermitteln. Da es hierzu noch keine praktischen Erfahrungen gibt, war der Ausgang der Übung zunächst unklar.

Nachdem sich alle Kräfte um 09.00 Uhr in der Feuerwache Neu-Isenburg sammelten und eine Begrüßung durch den Übungsleiter stattfand, fuhr man im Verband die Regenwasser-Sickerbecken an. Das THW Neu-Isenburg hatte dort bereits das Versorgungszelt und die Küche für das gemeinsame Frühstück aufgebaut.

Beschreibung

Die Wasserentnahme erfolgte durch Tauchpumpen (WILO) des THW. Diese förderten das Wasser aus den Sickerbecken in zwei 3000 Liter Faltbehälter. Diese Vorschaltung war notwendig, da die anschließend zur Wasserfortleitung genutzte Hannibal-Pumpe durch die große Ansaughöhe (4,0 Meter) enorm an Ausgangsleistung verloren hätte. Nebenbei wurden hierdurch auch große Fremdkörper aus dem Wasser gefiltert. Die Hanibal fördert eine Korngröße von 7,0 Zentimetern, welche die Feuerwehrpumpen evtl. geschädigt hätten.

Nach 300 und 600 Metern F-Schlauch wurden Mengenmessungen durchgeführt.

Eine Messung erfolgte im freien Auslauf in Abrollbehälter als Wasserreservoir. Hier konnte eine Förderleistung von 3700 Ltr./Min nach 300 Metern und gut 2000 Ltr./Min. nach 600 Metern festgestellt werden.

An diesen beiden Stellen wurden nach der jeweiligen Messung nun die Abrollbehälter aus der Leitung genommen und anstatt dessen mit jedem der beiden A-Schläuche jeweils ein Löschfahrzeug eingespeist. Die vorher ermittelte Wassermenge konnte nun auch mit den TLF abgegeben werden.

Um die Besatzungen der jeweiligen Löschfahrzeuge bis zum Abschluss aller Messungen weiter zu beschäftigen, bekamen sie einen Einsatzauftrag. Sie nutzten in dieser Zeit das Wasser aus den Abrollbehältern. Hier stellte gerade der Mülheimer AB mit einem Fassungsvermögen von 27.000 Litern Wasser eine immens ergiebige Wasserquelle dar.

Im weiteren Streckenverlauf (nach 800 Metern) integrierten wir eine dritte Wasserentnahme. Hier wurde eine Tragkraftspritze betrieben.

Der Abschluss der 1000 Meter langen F-Schlauch-Leitung erfolgte durch das TLF 24/50 aus Langen.

Zu guter letzt wurden alle 4 Entnahmestellen gleichzeitig in Betrieb genommen. Die vielen kleineren Druckverluste stellten sich leider erst während der Übung heraus, daher stieß die Leistungsfähigkeit der Hannibal-Pumpe (max. 3,0 bar Ausgangsdruck) doch schon hier langsam an ihre Grenzen. Der Pumpen-Eingangsdruck erreichte nicht einmal mehr 0,5 bar. Daher speisten wir dann die F-Leitung durch das Neu-Isenburger TLF 24/50 ein. Hier traten die besten Ergebnisse auf.

Nachdem alle Werte erfasst waren wurde zuerst ein Mittagessen eingenommen. Dank der THW eigenen Küche und den professionellen Köchinnen hat uns das wirklich sehr geschmackvolle Essen wieder frische Kraft für das folgende Abbauen der Schlauchstrecke gegeben. Schneller als gedacht waren die 50 F-Schläuche innerhalb einer viertel Stunde gerollt.

Résumée

Wird massiv Löschwasser an einer Einsatzstelle benötigt, ist der Einsatz von F-Schläuchen zur Wasserversorgung eine gute Alternative zur Feuerwehr üblichen Versorgung mit B-Schläuchen, da hier ein F-Schlauch mehrere B-Leitungen ersetzt. Natürlich wird der Einsatz dadurch behindert, dass das THW sehr lange benötigt um an der Einsatzstelle tätig werden zu können. Zumal bei Strecken über 600 Metern immer zwei oder mehr THW Ortsverbände benötigt werden. Danach ist aber die F-Leitung sehr schnell aufgebaut (ca. 30-45 Minuten je Kilometer).

Problematisch ist ebenfalls der Einsatz einer Hannibal als Versorgungs-Pumpe. Hierzu eignet sich aufgrund des höheren Ausgangsdruck eindeutig besser eine Feuerlösch-Kreiselpumpe der Feuerwehr. Wobei hier noch auf die nicht für solch hohe Drücke (während der Übung max. 8 bar) gedachten F-Schläuche des THW geachtet werden muss.

Empfehlen kann man den Einsatz nur im relativ ebenen Gelände.

 

Eingesetzte Kräfte

 TLF 16/25  FFW Neu-Isenburg
 WLF mit AB Mulde  FFW Neu-Isenburg
 TLF 24/50  FFW Neu-Isenburg
 WLF mit AB Hydrex  FFW Mülheim
 TLF 16/25  FFW Mühlheim-Lämmerspiel
 SW-2000 (nur TS)  FFW Zeppelinheim
 TLF 24/50  FFW Langen
   
 THW  Ortsverband Neu-Isenburg
 THW  Ortsverband Frankenthal

 

Bilder: Michael Jung-Mazura, Steffen Hennig, Christian Dexler und Michael Eifler