Warum heulen in Neu-Isenburg manchmal die Sirenen?

"Sirenen"? Sind das nicht Relikte aus der Zeit des kalten Krieges? "Sirenen"? Haben sowas nicht nur Dorffeuerwehren?

Das sind zwei immer wiederkehrende Fragen aus der Bevölkerung. Und ja, wir haben auch in Neu-Isenburg noch einige Sirenen auf den Dächern der Stadt. Aber wozu?

Dazu muss man wissen, dass die Installation und der Betrieb der Sirenen früher eine Bundesangelegenheit war. In den 1990er Jahren beschloss man, die Sirenen abzuschaffen, da man sie im Zivilschutz nicht mehr benötigte. Die einzelnen Städte hatten aber die Möglichkeit, auf eigene Kosten diese Sirenen weiter zu betreiben. So ist das auch in Neu-Isenburg.

Natürlich sind das nun Kosten für eine Stadt und man könnte sich fragen, warum hält eine Stadt an einer Einrichtung fest, für die der Bund keine Verwendung mehr sah?

Die Sirenen dienen ja nicht nur im Verteidigungsfall zur Warnung der Bevölkerung. Sondern sie dienen in vielen Städten auch der Alarmierung der Feuerwehr. Und obwohl die Feuerwehr Neu-Isenburg in Gänze durch eine "stille Alarmierung" in Form von Funkalarmempfängern alarmiert wird, bieten die Sirenen hier eine Redundanzmöglichkeit. Sollte es einmal passieren, dass beispielsweise die Funkstationen für die Alarmierung ausfallen, könnten die Einsatzkräfte auch per Sirenen alarmiert werden.

Und auch eine Warnung der Bevölkerung ist möglich. Gerade nachts hört man in der Regel keine Nachrichten. Würden beispielsweise in der Nacht größere Mengen eines Schadstoffes austreten, könnte die Bevölkerung darüber gewarnt werden. Also, sollten Sie in der Nacht einmal die Sirene hören, schalten sie ihr Rundfunkgerät ein.