"Irgendwie muss es doch auch Spaß machen" - langjährige Feuerwehrleute in Neu-Isenburg geehrt / neue Feuerwehrautos übergeben

15.09.2017

"Geplatzte Verabredungen, kaltes Abendessen, ausgefallene Zeiten mit den Kindern, der Kampf gegen die Müdigkeit am Arbeitsplatz nach einem nächtlichen Einsatz, bei dem man möglicherweise das eigene Leben riskiert hat, um anderen Menschen in Not zu helfen." Alles andere als einladend beschrieb der Neu-Isenburger Wehrführer Jochen Müller das, was die freiwilligen Feuerwehrleute ehrenamtlich und unentgeltlich regelmäßig erwartet.

Doch so lange man sich einmal im Jahr im Feuerwehrhauptstützpunkt in der Sankt-Florian-Straße trifft, um diejenigen Feuerwehrleute zu ehren, die vor den genannten Unannehmlichkeiten nicht zurückschrecken, ist eigentlich alles in bester Ordnung. "Irgendwie muss es doch auch Spaß machen", so Müller. Daniel Edelmann, Steffen Schelhasse, Alexander Staskiewicz und Stefan Weddecke sind jetzt schon 25 Jahre aktiv. Friedel Stang, Manfred Grötzinger und Lorenz de Jager sind mittlerweile altersbedingt in die Ehrenabteilung gewechselt. Stang und Grötzinger kommen auf beachtliche 62 bzw. 60 Jahre Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr, de Jager ist schon seit 65 Jahren dabei.

Dank, Anerkennung und Glückwünsche für Motivation und Engagement der Geehrten gab es an diesem Abend reichlich. Von Neu-Isenburgs Stadtbrandinspektor Stefan Werner, von den beiden Neu-Isenburger Wehrführern Jochen Müller und Udo Bachmann, von Bürgermeister Herbert Hunkel, von den Feuerwehr-Vereinsvorsitzenden André Daffner und wiederum Udo Bachmann und nicht zuletzt von Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann, der im Auftrag des hessischen Innenministers unter anderem die Brandschutzehrenzeichen in Silber für 25-jährige aktive Mitgliedschaft überreichte.

Im Anschluss an die Ehrung der verdienten Feuerwehrleute wurden am Abend noch zwei neue Einsatzfahrzeuge in den Dienst übernommen: Ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 'HLF 20', das im Stadtteil Zeppelinheim eingesetzt werden wird und ein Staffellöschfahrzeug 'StLF 20/25', das in der Kernstadt 'Dienst tun' soll.

Im Rahmen eines bereits 2008 erarbeiteten Fahrzeugkonzepts war die künftige Beschaffung möglichst baugleicher Löschfahrzeuge beschlossen worden - was Synergien bei der Ausbildung und im Einsatzfall bringen sollte. Diese beiden nun übernommenen letzten Fahrzeuge des aktuellen Konzepts wurden bereits im Juni dieses Jahres übernommen und seitdem ausgiebig getestet. Zwischenzeitlich wurden rund 50 Maschinisten der Feuerwehren, die die Autos künftig fahren und bedienen werden, unterwiesen und ausgebildet. Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Thomas Peters stellte die beiden Autos näher vor:

Beide Fahrzeuge wurden auf je ein Fahrgestell der Firma MAN aufgebaut. Aufbauhersteller ist die Firma Walser aus Rankweil in Österreich. Beide Fahrzeuge verfügen über einen eingebauten Lichtmast, einen fest eingebauten und tragbaren Stromerzeuger, die obligatorische Löschwasserpumpe und eine Schaumzumischanlage. Beide Fahrzeuge sind für Brandbekämpfung und 'technische Hilfeleistung' ausgestattet. Das Neu-Isenburger Staffellöschfahrzeug führt neben der „Basisausstattung“ zusätzliche Geräte für Einsätze in Verbindung mit Gefahrgut mit, das Zeppelinheimer Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug führt neben der Basisausstattung einen 'hydraulischen Rettungssatz', zum Beispiel für die Hilfe nach Verkehrsunfällen, sowie eine maschinelle Zugeinrichtung (Seilweinde) mit. Die beiden Fahrgestelle kosteten jeweils rund 85.000 Euro, die Aufbauten jeweils 220.000 Euro. Hinzu kommen rund 50.000 Euro für die jeweilige Beladung. "Zusammen wurden damit für die kommenden 25 Jahre, das ist die planmäßige Laufzeit von Feuerwehrfahrzeugen, rund 710.000 Euro in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der Stadt investiert", stellte Thomas Peters fest.

Der stellvertretende Stadtbrandinspektor erklärte, das sich die Entwicklung und Umsetzung des vorliegenden Fahrzeugkonzepts durchaus bewährt hat. Noch in diesem Jahr werde eine Arbeitsgruppe aus Politik, Feuerwehr und Verwaltung zusammenkommen, um einen neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan für kommende Fahrzeugersatzbeschaffungen zu erarbeiten. "Hierbei werden insbesondere auch die anstehenden umfangreichen städtebaulichen und verkehrstechnischen Veränderungen in der Stadt zu berücksichtigen sein", so Peters. "Neu-Isenburg wird in den nächsten Jahren auf über 40.000 Einwohner wachsen, mit mehr als 10.000 weiteren Arbeitsplätzen ist zu rechnen - der Verkehr soll laut Prognosen um ca. 25% ansteigen." Das stelle die Stadt in Sachen Feuerwehr vor große Herausforderungen.

Möchtest du die Nachricht auf anderen Webseiten verlinken, dann nutze bitte die folgende URL: http://bit.ly/2vYarc9