Holzkohlegrill bringt Kohlenmonoxid ins Haus – zwölf Menschen verletzt

04.12.2017
Um 20.04 Uhr wurden Feuerwehr und Rettungsdienst am Sonntagabend in ein Einfamilienhaus in der Hermannstraße gerufen. Ein Holzkohlegrill war von den Bewohnern ins Haus gebracht worden, obwohl die Kohle noch nicht erloschen war.

Daraufhin bildete sich im Inneren des Hauses giftiges Kohlenmonoxid, das schon bald für gesundheitliche Probleme bei allen Anwesenden sorgte. Glücklicherweise gelang es einer Bewohnerin noch Hilfe zu rufen. Als die Feuerwehr nach sieben Minuten vor Ort ankam, waren noch zwölf Leute im Gebäude, die allesamt über Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen klagten. Zwei von ihnen ging es so schlecht, dass sie nicht mehr in der Lage waren, das Haus alleine zu verlassen – sie wurden von Feuerwehrleuten ins Freie gebracht und dort medizinisch erstversorgt.

Nachdem das Haus geräumt war, wurden die betroffenen Räume mit einem Drucklüfter belüftet, während gleichzeitig durch Schadstoffmessungen sichergestellt wurde, dass die Einsatzkräfte nicht gefährdet werden.

Von der freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg waren 21 Helfer mit fünf Fahrzeugen im Einsatz. Die Arbeiten vor Ort waren nach etwa zweieinhalb Stunden beendet.

Grillen mit einem Holzkohlegrill darf man nur im Freien. Weitere Gefahrenquellen für Kohlenmonoxid sind Öfen, Gasthermen, Heizpilze etc.

Kohlenmonoxid entsteht durch unvollständige Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material wie Holzkohle. Das Gas verhindert im Körper die Bindung von Sauerstoff an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Dadurch kann das Blut den lebenswichtigen Sauerstoff nicht mehr transportieren. Die Folge ist eine Sauerstoff-Unterversorgung des Gewebes, die in leichten Vergiftungsfällen zu Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Sehstörungen, Erbrechen, Müdigkeit, Muskelschwäche und beschleunigtem Herzschlag führt.

Bei mittelschweren und schweren Vergiftungen kommen Kurzatmigkeit und Bewusstlosigkeit mit Abflachung der Atmung hinzu. Es besteht Lebensgefahr, die durch Sauerstoffgabe oder maschinelle Beatmung behandelt wird. Betroffene können eine kirschrote und daher gesund wirkende Hautfarbe aufweisen. Folge längerer Atemstörungen sind vorübergehende oder bleibende Hirnschäden.

Nützliche Infos rund um die Gefahren von Kohlenmonoxid und darüber, wie man sich schützen kann, gibt es hier:

Quelle: SWR / Landesschau Baden-Württemberg
Mit Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung und Material von Hessenschau und SWR

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